Protokoll der ordentlichen Mitgliederversammlung des Singener Museumsvereins e.V. vom 14. März 2016


Tagesordnung

Bericht des Ersten Vorsitzenden

Die Mitgliederzahl ist auch im abgelaufenen Geschäftsjahr  angewachsen auf aktuell 139.

Wolfgang Trautwein dankte Ursula Goller für ihr jahrelanges Engagement im Maggi-Museum. Mit Frau Jörke hat sich ein engagiertes Mitglied für die Nachfolge gefunden.

Der Vorstand wird seiner Zielsetzung treu bleiben, in einem Zeitrahmen von fünf bis acht Jahren zusammen mit der Stadtverwaltung ein Stadtmuseum zu etablieren.

Kassenbericht

Heribert Schwarz legte seinen ersten Kassenbericht als Kassierer vor. Detailliert schilderte er die Einnahmen- und Ausgabensituation des Vereins. Der Vermögenszuwachs im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug 593,79 €.

Bericht der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstands

In Vertretung der Kassenprüfer trug Dr. Jürgen Hald den schriftlich vorliegenden Prüfbericht vor. Es gab keine Beanstandungen. Die Kassenprüfer empfahlen der Versammlung die Entlastung des Vorstandes.

Die Mitgliederversammlung entlastete den Vorstand einstimmig.

Vorstellung des neuen Veranstaltungsraumes des Hegau-Museums

Die Mitgliederversammlung fand im neuen Veranstaltungsbereich des Hegau-Museums statt. Dieser ist bereits mit Veranstaltungstechnik ausgestattet, die der Verein finanziert hat.

In den nächsten Monaten wird in den durch eine Wandöffnung großzügig gestalteten Raum auch die neue Dauerausstellung zur Eisenzeit eingebaut werden.

Sommerfest 2016

Das diesjährige Sommerfest wird am Fr., den 29. Juli 2016 im Schlosspark stattfinden. Als musikalischen Act konnte Wolfgang Trautwein „Billy Bob and the Buzzers“ gewinnen.

Der Vorstand bittet um tatkräftige Mithilfe der Mitglieder bei Aufbau und Durchführung der Veranstaltung.

Verschiedenes

Wilfried Paul regte an, dass der Vorstand über eine Erhöhung des seit Jahrzehnten stabilen Mitgliederbeitrages nachdenken sollte.


 


 

 

 

Wie aus Objekten Stadtgeschichte wird
von Karin Zöller, Südkurier, 16. Juni 2014
Singen – Wolfgang Trautwein hat eine Vision: „Es ist unser ganz großes Ziel, solche Dinge auch mal zu zeigen“, erklärte der Vorsitzende des Museumsvereins Singen bei einer Vortragsveranstaltung über die stadtgeschichtliche Sammlung. Aufbau und Förderung eines Museums zur Geschichte der Stadt stehen schließlich in der Satzung des Vereins. Mit der Realisierung dieses Ziels würde für die seit vielen Jahren engagierten Mitglieder in der Tat ein Traum in Erfüllung gehen.
Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg. „Die Aufarbeitung der Sammlung braucht Jahre“, machte Referentin Nese Kiderlen in ihrem Vortrag „Wie die Dinge sprechen lernen“ deutlich. Als Sammlungsleiterin der Stadt gehört sie zum Team des Hegau-Museums und arbeitet sich seit 2012 durch eine Vielzahl an Objekten. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, wies sie auf bislang erst 1754 inventarisierte Objekte hin.
„Ohne Museumsverein würde es die Sammlung nicht mehr geben“, lobte Ralph Stephan den enormen, ehrenamtlichen Einsatz. Den aktuellen Gesamtumfang der stadtgeschichtlichen Sammlung schätzt der Leiter des Hegau-Museums auf 6 000 bis 10 000 Objekte. „Alles wird so aufbereitet, dass es auch in 600 oder 700 Jahren noch vorhanden ist“, erläuterte Stephan die aufwendige und anspruchsvolle Aufgabe. Über den aktuellen Stand werde die Öffentlichkeit regelmäßig informiert, kündigte er an.
Wenn Nese Kiderlen von ihrer Arbeit berichtet, dann erinnert einiges an das langwierige Zusammensetzen eines Puzzles mit endlos vielen Teilen. Etliche Fragen müssen geklärt werden: Woher kommen die Objekte und welche Funktion hatten sie? Wer hat sie benutzt und wann waren sie in Gebrauch? Es gehe nicht nur um Erhalt, sondern auch um das Erforschen der Dinge, erläuterte sie. „Objekte ohne Hintergrund sind wertlos für die stadtgeschichtliche Sammlung“, betonte die Historikerin.
Um der Geschichte von Gegenständen auf die Spur zu kommen, ist sie oftmals auf Informationen von Fachleuten oder Zeitzeugen angewiesen. Sehr hilfreich seien die Fotosammlungen im Stadtarchiv, erklärte Nese Kiderlen. In ihrem lebendigen und anschaulichen Vortrag zeigte sie anhand einiger Beispiele, wie alte Fotos das Zuordnen und Datieren der Objekte erleichtern und Zusammenhänge erkennbar werden.
Dazu gehörten eine knapp 150 Jahre alte Handdruckspritze der Feuerwehr, ein Wiederbelebungsgerät und auch ein Bergrettungsschlitten des Deutschen Roten Kreuzes aus den 1920er Jahren. Belanglose Objekte wie Brechtüten, Bügel oder Kleidung aus dem Nachlass der Familie Wetzstein würden plötzlich eine Bedeutung bekommen: „Wetzsteins hatten in den späten 1950er Jahren bis 1968 einen Bus- und Taxibetrieb, der ihnen Wohlstand brachte“, ergaben Kiderlens Nachforschungen.
Manchmal würden mehrere Objekte erst als Ensemble wirklich Sinn machen, erklärte sie. So gebe es auch noch viele Dinge aus dem Büro der Familie Wetzstein. „Einzeln sind sie sinnlos, aber zusammen zeigen die Objekte eine weitere Facette der Stadtgeschichte: Es gab kleine Unternehmen außerhalb der Industrie“, erläuterte die Historikerin.